Ostafrika

Äthiopien: DE: 10.22.2020: Asebe Regassa, Der äthiopische Weg zur „Entwicklung“ – Landnahme, Vertreibung und Binnenmigration

Vertreibung, die durch Entwicklungsprojekte wie die Ausweitung der kommerziellen Landwirtschaft ausgelöst wird, ist mit anderen Formen der Vertreibung verknüpft. Zu nennen sind hier vor allem Konflikte und Naturkatastrophen, die Menschen in Äthiopien zwingen, ihre Heimatorte zu verlassen. In einigen Fällen sind Konflikte dabei das Ergebnis von Entwicklungspolitik und gehen auf Auseinandersetzungen um Land und den Zugang zu Ressourcen hervor. Ebenso können Naturkatastrophen eine Folge von Entwicklungsstrategien sein, die die Zerstörung der Umwelt beschleunigen, etwa durch die massive Ausweitung der kommerziellen Landwirtschaft. Ende 2019 registrierte das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) in Äthiopien 1,7 Millionen Binnenvertriebene (Internally Displaced Persons, IDPs). Ein Jahr zuvor waren es sogar mehr als drei Millionen Binnenvertriebene, von denen aber viele im Zuge von Rückführungsprogrammen der Regierung an ihre Heimatorte zurückkehrten. Das Land rangierte 2019 auf Platz neun unter den Ländern mit der weltweit höchsten Zahl an Binnenvertriebenen.
Obwohl Premierminister Abiy Ahmed versprochen hatte, Wirtschaftsreformen durchzuführen, die Jugendbeschäftigung zu verbessern, die Korruption zu bekämpfen und Frieden und Stabilität zu gewährleisten, befindet sich das Land derzeit in einer kritischen politischen und wirtschaftlichen Situation. Angesichts dieser Entwicklungen werden Binnenvertreibung und Migration voraussichtlich weiterhin auf einem hohen Niveau bleiben.

https://m.bpb.de/gesellschaft/migration/laenderprofile/Ostafrika/318366/aethiopien

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