Frage 4: Wer profitiert von Aufrüstung und Grenzkontrollen?

(c) Carla Höppner

Um den Weg nach Europa zu verschließen, werden zunehmend innerafrikanische Grenzen aufgerüstet und afrikanische Grenzschützer ausgebildet. Europäische Hersteller von Sicherheitstechnologie, oft sind dies Rüstungsfirmen, erhalten Milliardenaufträge. Diese Firmen beeinflussen die Politik durch Lobbygruppen und Beratungstätigkeit.

Die Aufrüstung in der Sahara und der Sahelregion wird von diversen Akteuren vorangetrieben. Im Vordergrund steht meist der sogenannte „Kampf gegen den Terror“ – aus geopolitischen Interessen. Doch diese Aufrüstung und Ausbildung kann gleichzeitig zur Migrations-Abwehr angewandt werden. So haben zum Beispiel europäische Militärmissionen seit 2015 eine Mandatserweiterung im Bereich Migration erhalten. Inzwischen häufen sich die Warnungen, dass Europa im Sahel und in der Sahara selbst zur Kriegspartei wird wie in Afghanistan.

Der Ausbau von biometrischen Identifikationspapieren und Datenbanken, Überwachungsanlagen und die Lieferung von Waffen und Militärfahrzeugen an afrikanische Sicherheitsagenturen machen Afrika zum Absatzmarkt für europäische Technologie. Die Regierungen bekommen kostenintensive Hochtechnologie geliefert, die sie zur Überwachung der Bevölkerung und zum Erhalt ihrer Macht einsetzen können. Die Ausbildung afrikanischer Grenzschutzeinheiten findet mit Hilfe europäischer Ausbilder statt.

Diese Seite zeigt: Ganz sicher profitiert nicht die Bevölkerung, sondern in erster Linie profitieren autoritäre Regimes und Rüstungskonzerne.

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