Fragen

Frage 1

Wohin fließen die EU-Gelder, die in Afrika für „Entwicklung“ ausgegeben werden?

Die EU macht Entwicklungsgelder zunehmend von der Teilnahme am Migrationsmanagement abhängig und ein zunehmender Teil der Gelder wird in die Überwachungstechnologie und in das „Security Business“ umgeleitet. Das Geld fließt vor allem in Staaten mit Knotenpunkten der Migration.

(C) Thomas Schneider

Frage 2

Was wird aus Entwicklung, Demokratie und Menschenrechten?

Die klassischen Bedingungen der Entwicklungszusammenarbeit – “Good Governance”, niedrige Korruption, Bedürftigkeit – wurden teilweise über Bord geworfen. An erster Stelle steht nun die Bereitschaft des Staates, Türsteher für die EU zu spielen.

 

(C) Simone Schlindwein

Frage 3

Was würde den Menschen in Afrika wirklich nützen?

Ob den Afrikaner*innen mit der sogenannten „Entwicklungshilfe” wirklich geholfen wird oder eher den jeweiligen Regimes und einer kleinen Oberschicht und den großen Konzernen, welche die Rohstoffe ausbeuten, ist die Frage. Die direkten Rücküberweisungen der Migrant*innen (Remittances) fördern die wirtschaftliche Entwicklung armer Staaten wesentlich stärker als die Entwicklungshilfe.

(C) Thomas Schneider

Frage 4

Wer profitiert von Aufrüstung und Grenzkontrollen?

Um den Weg nach Europa zu verschließen, werden zunehmend innerafrikanische Grenzen aufgerüstet und afrikanische Grenzschützer ausgebildet. Europäische Hersteller von Sicherheitstechnologie, oft sind dies Rüstungsfirmen, erhalten Milliardenaufträge.

(C) Laura Lambert

Frage 5

Wer sind die Verlierer?

Einerseits finanziert die EU die Afrikanische Union, andererseits macht sie Integrationsprozesse mit ihrer Aufrüstung der Grenzen zunichte. Sie fördert gemeinsame Militär- und Polizeieinheiten (vor allem die „G5 Sahel Joint Force“) und bildet sie aus, aber für Zivilist*innen wird der offizielle Grenzübertritt zunehmend schwieriger, teurer und gefährlicher. Die EU verfährt nach dem Motto: Schengen für die EU, Grenzkontrollen für Afrika.