Border Business

Die Profiteure der Hochrüstung der Grenzen in und um Europa

In den vergangenen Jahren ist ein zunehmendes Bewusstsein dafür entstanden, dass die Hochrüstung der EUropäischen Außen- und Binnengrenzen nicht nur zahlreiche menschliche Opfer, sondern auch erhebliche wirtschaftliche Profite hervorbringt. Im deutschsprachigen Raum haben darauf Anfang 2021 auch die sogenannten Frontex-Files aufmerksam gemacht. Sie waren für uns der Anlass, eine Liste von Unternehmen zu erstellen, die in die technologische Aufrüstung der (vorverlagerten) europäischen Grenzen eingebunden sind und damit von ihr profitieren.

Zur Liste geht es hier.

Diese Liste soll als kollaboratives Projekt funktionieren, in das sich verschiedene Menschen einbringen können und sollen. Damit hoffen wir auf eine beständige Erweiterung und Aktualisierung, um zu einem möglichst vielseitigen und umfassenden Bild des Geschäfts mit der Ausgrenzung zu kommen. Wir sind keineswegs die Einzigen, die hierzu Informationen zusammentragen, sondern greifen auf umfangreiche Arbeiten von Organisationen wie Statewatch und dem Transnational Institute, von Einzelpersonen wie Mark Akkermann und Matthias Monroy sowie von Aktivist*innen und Bewegungen zurück, die oft auch auf lokaler Ebene recherchieren, wer vom Grenzgeschäft profitiert . Beispielhaft für viele sei hier die Broschüre Border Profiteers des NoBorderAssembly für Berlin genannt.

Wir haben die aufgeführten Unternehmen und Körperschaften dabei zunächst in vier Kategorien eingeteilt. Bei den „Major Players“ (1) handelt es sich um Großkonzerne, die maßgeblichen Einfluss auf die Ausgestaltungen des Grenzregimes nehmen oder genommen haben. Bei den „Minor Players“ (2) kann es sich ebenfalls um Großkonzerne handeln, die aber nur am Rande in diese Ausgestaltung eingebunden sind oder um kleinere Unternehmen, bei denen Grenzüberwachung jedoch einen zentralen Geschäftsbereich darstellt. „Contractors“ (3) sind Unternehmen, die nur einzelne, spezifische Komponenten oder Dienstleistungen in das Grenzregime einbringen. „Science“ (4) beschreibt Forschungsinstitute, die meist öffentlich finanziert sind und (vordergründig) nicht primär Gewinnabsichten verfolgen, aber oft maßgeblich in die Entwicklung und Implementierung neuer Technologien eingebunden sind.

Zur Liste geht es hier.

Die Liste ist eine Kooperation zwischen dem Migration Control Projekt und der Informationsstelle Militarisierung (IMI).

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