Artikel: Das Problem heißt Lager

TAZ, 04.02.2020: Christian Jakob veröffentlicht einen Artikel zu der Wichtigkeit nicht nur die Evakuierung des Flüchtlingscamps Moria zu fordern sondern auch das ganze System von Lagern anzuprangern, von Libyen bis zur Zentralen Anlaufstelle für Asylbewerber in Halberstadt.

Moria, das Flüchtlingscamp auf der griechischen Insel Lesbos, ist zum Symbol für die Entrechtung von Flüchtlingen in Europa geworden, dank großem engagement der Zivilgesellschaft. Unter anderem durch den Hashtag #LeaveNoOneBehind haben Hunderttausende in den letzten Wochen die Evakuierung der griechischen Lagern gefordert, besonders durch die potenzielle katastrophale Auswirkung durch eine Verbreitung des Coronavirus in den Camps.

Jedoch darf in dieser Forderung und Diskussion nicht vergessen werden, dass Moria nur ein Lager unter vielen ist. Es ist nicht einzigartig im Ausmaß der Entrechtung der Insassen. Jahrelang prangern Berichte und Zeugenaussagen Folter, Erschießungen, Versklavung und systematische Vergewaltigungen in libyschen Lagern an.

Um die Verbreitung von dem Coronavirus in Flüchtlingslagern zu verhindern müssten laut Christian Jakob auch italienische und deutsche Lager evakuiert werden, besonders dadurch das dort schon Menschen positiv auf COVID-19 getestet wurden.

Daraus lässt sich ableiten: Das Problem heißt nicht Moria sonder das Problem heißt Lager.

Laut Christian Jakob darf sich die Diskussion nicht auf Moria verengen. Die Inhaftierung von Menschen, die ungewollte sind, sowie unmenschliche Zustände um diese abzuschrecken sind zur Normalität geworden. Für viele Staaten, nicht nur in Europa, sind Lager zum Werkzeug für diese Politik geworden. Auch ein kürzlich veröffentlichter Bericht von dem EU Büro des Roten Kreuzes hebt hervor, dass die Inhaftierung von Geflüchteten nicht mehr als letzter Ausweg genutzt wird sondern als Antwort zu Asylverfahren an den Grenzen, die Implementierung des “Hotspot approaches” und um sekundäre Migration in der EU zu bestrafen.

Lesen Sie den vollständigen Artikel der taz hier.

 

image_pdfimage_print
Nach oben scrollen